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Entwicklung des Merinoschafs

Das Schaf dürfte wohl eines der ersten Tiere gewesen sein, das der Mensch ge­zähmt hat (7000 v. Chr.). Seitdem liefert es dem Men­schen Fleisch, Milch und Wolle. Die heutigen Kulturrassen stammen von Wildschafrassen ab, die teilweise noch leben. Bei der Vielzahl der auf der Erde vorhandenen Rassen ist eine genaue Be­stimmung der Abstammung nur schwer möglich. Die meisten Wildformen der Haus­schafe sind in den Rassen von ovis ammon zu finden. So z.B. der europäische Mufflon ovis ammon musimon und das Steppenschaf ovis ammon arcal. Alle diese Rassen sind nur mit groben Oberhaaren und feinen Unterhaaren bedeckt, die jahreszeit­lich bedingt abgeworfen werden. Im Winter wächst das Unter­haar stärker und bildet einen dichten Pelz, während das Oberhaar nur noch spärlich vorhanden, Regen und Schnee ablaufen lässt. Dazu völlig anders ist das feine, dicht gestapelte Vlies des Merino­schafes aufgebaut, das nur aus Wollhaaren besteht, die keinem Haarwechsel unterliegen. Es muss wohl vermutet werden, dass es sich bei diesem Schaf um eine plötzliche erbliche Neubildung (Mutation) des Mufflon gehandelt hat. Durch sorgfältige Selektion hat es sich über die Jahr­hunderte zu einer selbst­ständigen Rasse entwickelt, das bis zum heu­tigen Tag in Reinzucht wie auch in Kreuzungen mit Land- und Fleischschaf­rassen überall auf der Welt verbreitet hat.

Im 13. Jahrhundert war in Württemberg die Schafhaltung Privileg der Landesherrschaft, welche hierfür die alleinige Berechtigung besaß. Nach den Kriegen im 16. und 17. Jahrhundert wurde die Existenz von Wander­schäfereien möglich, die von ihren Sommerweiden zu den Winterweiden in der Rheinebene oder milderen Gebieten zogen.

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Merinotyp Electoral 1902
Dies erforderte ein Schaf, das marschtüchtig für Wanderungen über Hunderte von Kilo­metern von einer Weide zu anderen und widerstands­fähig für einen ganzjährigen Weidebetrieb mit nächtlichem Pferch war. Zu dieser Zeit prägte das deutsche veredelte Landschaf –Württemberger- die Herden. Erst Mitte des 18. Jahrhunderts mit dem Zerfall des streng gehüteten Monopols der Feinwoll­zucht in Spanien, das jahrhundertelang gefördert und gegen jede Ausfuhr von Zuchtmaterial geschützt wurde, war der Beginn der Merinozucht in Süddeutschland. Damals gehörte es direkt zum guten Ton an deutschen Fürstenhöfen, sich mit Schafzucht zu befassen und reinrassige Merinoschafe aus dem Ausland einzuführen. Der Herzog von Württemberg hatte schon im Jahre 1786 eine Merinoherde aus Spanien eingeführt und hielt diese als Stammherde in Hohenheim. Bei der Veredelungskreuzung der Württemberger mit Merinos wurde stets dar­auf ge­achtet, dass Merinoerbanlagen nicht allzu stark einfließen, damit die Eignung zum Wanderschafbetrieb, zur rauen Haltung und Ernährung nicht zu stark zurückgedrängt wurden. So blieb man bewusst auf dem Stand eines veredelten Landschafs.

Auf der DLG 1934 wurden die Merinos aus der Rassengruppe der Landschafe heraus­genommen und als selbständige Rasse ge­führt. Mit der Bezeichnung Merino­land wurde nun die Einheitlichkeit und Ausgeglichenheit des Zuchtziels betont.

Die Population der Merinolandschafe baut auf folgende drei Säulen auf:

  1. Das mischwollige Zaupelschaf.
  2. Flämische oder Niederrheinische Marschschaf. Durch die Wanderschaf­hal­tung rheinaufwärts ging diese Rasse in die Herden süddeutscher Wander­schäfereien ein. Es besticht durch Fruchtbarkeit, Größe, Konstitution und dichter Wolle.
  3. Das Merinowollschaf aus Spanien und Frankreich mit feiner Wollqualität.

Aus heutiger Sicht ist unklar, in welchem Um­fang sich bei der Herauszüchtung des Merino­landschafes in den Hauptzucht­gebieten Württemberg, Bayern und Hessen der Erbanlagen englischer Fleischschafe (Leicester) bedient wurde. In den namhaften Zuchtstätten wie Hohenheim (1822) oder Weihenstephan sind auch englische lang­wollige Fleischschafrassen wie Dishley-Leicester-Schafe und Bergschafe im Berga­maser-Typ verwendet worden. Unbestritten bleibt, dass bereits 1900 eine Einkreuzung von Merinofleischschafen in die vorhandenen Bestände erfolgte.

 

Rassebeschreibung: Merinolandschaf

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Merinolandschafbock 2007
Das Merinoland hat im Laufe seines züchterischen Laufbahn immer mehr an Beliebt­heit gewonnen, so dass es heute mit ca. 30 % des Schafbestand die stärkste Rasse in Deutschaland (in Baden-Württemberg über 80 %) darstellt.

Der heutige moderne Merinolandschaftyp ist mit­telgroß bis rahmig. Hat weiße bewollte und be­haarte Körperteile. Mittellanger, ramsartiger und nicht zu breiter Kopf. Lange, breite, leicht schräg nach vorn hängende Ohren. Stirn und Unterkieferwinkel bewollt. Straffer, breiter Rücken. Gute Brust- und Flan­kentiefe sowie aus­geprägte Bemuskelung der Außen- und Innen­keule. Merinowolle mit ausgeglichener Feinheit von 26 bis 28 µm. Hornlos und asaisonale Brünstigkeit.

 
© 2007